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HZ Lokale Kreisnachrichten 17.03.2004
Palmbrezeln – ein leckeres Backwerk
Die genaue Rezeptur bleibt Horst Banzhafs Geheimnis
Von Aschermittwoch bis zum Brezgenmarkt gibt es diese Spezialitäten
HELDENFINGEN. Goldgelb glänzend liegen die noch warmen Palmbrezeln auf dem Blech. Mit ihrem typischen süßlichen Duft verlocken die Spezialitäten zum Reinbeißen. Seit 13 Jahren versorgt der Heldenfinger Bäcker Horst Banzhaf zwischen Aschermittwoch und Palmsonntag seine Kundschaft mit der traditionsreichen Nascherei aus feinem Hefeteig.
Nach einem altem Familienrezept bäckt Horst Banzhaf die originalen Palmbrezeln. „Viel Hefe, noch mehr Fett und keine Eier“, zählt Banzhaf die Hauptzutaten auf. Mehr über das geheime Rezept, nach dem schon sein Vater Jakob über 30 Jahre lang die beliebten Backwaren hergestellt hat, verrät Horst Banzhaf jedoch nicht.
Fakt sei jedoch, so der Bäcker im Gespräch mit der Kreisredaktion, dass man mit dem Fett nicht knausern dürfe. Denn dadurch bleibe die Brezel auch noch vier Tage später frisch, erklärt er.
Jeweils am Palmsonntag findet der Brezgenmarkt im Hungerbrunnental zwischen Heldenfingen, Altheim und Heuchlingen statt. Dieser Markt ist seit 1533 durch Ulmer Ratsprotokolle urkundlich belegt. Der alte Brauch, dass Burschen ihren Mädchen Brezeln schenkten, um ihre Zuneigung zu bezeugen, hat sich nur noch an wenigen Orten der Alb erhalten.
In den wenigen Wochen von Aschermittwoch bis zum Palmsonntag werden rund 8000 Stück des Hefegebäckes hergestellt. Normalerweise steht der Bäcker alleine in seiner Backstube an der Rüblinger Straße in Heldenfingen. Für das Wochenende zum Palmsonntag holt er sich Verstärkung. „Am Palmsonntag allein verkaufen wir in der Bäckerei und auf dem Bretzgenmarkt über 4000 Brezeln“, erzählt er. Helfende Hände könne er da gut gebrauchen.
Von Samstagabend um neun Uhr bis zum Feierabend nach dem Markt steht Horst Banzhaf dann in der Backstube. „Und nach den 24 Stunden kann ich dann bis zum kommenden Jahr keine Palmbrezeln mehr sehen“, bekennt Banzhaf. Verübeln kann ihm das wohl keiner.
unserer Mitarbeiterin Teresa Weichsel